SchulBrücke Weimar 2017

51 Jugendliche, 5 unterschiedliche Nationalitäten, gegensätzliche Meinungen und Ansichten … EINE Schulbrücke. Dabei handelt es sich um ein Wochen-Projekt für Schüler zwischen 16 und 19 Jahren aus ganz Europa. Dieses bietet die Möglichkeit sich mit europäischen Zukunftsfragen auseinanderzusetzen und gibt Raum für den Austausch und das gegenseitige Kennenlernen, um Vorurteile abzubauen.

   

 Vom 22. bis zum 29.September 2017 kamen zur diesjährigen SchulBrücke in Weimar Slowaken, Italiener, Polen, Franzosen und Deutsche zusammen, um sich mit dem Thema „Umbrüche in der Gesellschaft. Von der Reformation über die Revolution zur Großen Transformation“ in Anknüpfung an die Weimarer Klassik zu beschäftigen. Wir, fünf Schüler unseres Gymnasiums, haben mit fünf weiteren Jugendlichen der Humboldt - Schule aus Leipzig - eine Vertretergruppe aus Deutschland gebildet. Begleitet und unterstützt wurden wir von unserer Lehrerin Frau Nerger, der hier nochmals großen Dank ausgesprochen werden muss. Bei unserer Ankunft schauten wir in ganz viele neue Gesichter ohne uns bekannte Namen, die sich in anderen Sprachen unterhielten. Um das Eis zu brechen, gab es gleich am Anfang Kennenlernspiele, bei denen eine erste Annäherung stattfand. Am nächsten Tag wurden wir schon in komplett gemixte Gruppen eingeteilt, um in Weimar bestimmte Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Die Ergebnisse wurden zu unserer eigenen kleinen Stadtrundführung durch Weimar kombiniert. Am Abend gab es ein internationales Buffet, bei dem jede Delegation Spezialitäten ihres Landes mitbrachte, die wir dann probieren konnten. Nebenbei fand noch die Präsentation der Heimatorte und Schulen der Teilnehmer der Schulbrücke statt. Am Sonntag besuchten wir dann die Gedenkstätte das ehemaligen Konzentrationslagers in der Nähe von Weimar. Der folgende Tag begann für uns mit einer Vorlesung über die Weimarer Klassik und Umbrüche in der Gesellschaft von Dr. Frithjof Reinhardt, dem Seminarleiter unserer SchulBrücke. Ebenfalls wurden schon zuhause vorbereitete szenische Spiele, die sich mit der Frage, ob wir eine Revolution angesichts der gegenwärtigen Metakrise brauchen, aufgeführt. Am Dienstag und Mittwoch widmeten wir uns unserem Großprojekt, einem sehr langen Zeitstrahl von der Steinzeit bis hin zur gegenwärtigen Zeit über das schon genannte Thema. Dabei erarbeiteten wir in Workshops (wie Philosophie, Geschichte und Fotographie) die verschieden Aspekte. An unserem letzten Tag wurden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen den anderen vorgestellt. Abschließend wurden in nochmals neu zusammen“gewürfelten“ Arbeitsgruppen Texte zum Problem „Ziviler Ungehorsam“ bearbeitet und dazu je eine Szene entwickelt, die dann am Abend beim gemeinsamen Buffet präsentiert wurden. Hierbei bemerkten wir deutlich, wie intensiv wir uns alle kennengelernt hatten und sogar schon eine Einheit bildeten. Dies zeigte sich auch in der uns täglich verfügbaren Freizeit, in der wir gemeinsam durch die Stadt zogen, musizierten und viel lachten. So langsam kannten wir sogar alle Namen. Leider mussten wir uns schon am nächsten Tag von allen verabschieden. Die Woche war viel zu schnell vergangen. Und so konnte man bei der Abreise hier und dort sogar ein paar kleine Tränchen erspähen.

    

Das Projekt SchulBrücke hat uns sowohl geschult als auch neue Freundschaften in ganz Europa ermöglicht. Wir werden diese schöne Zeit nicht so schnell vergessen!


Alina Lörzing, Schülerin Stufe 11