Missio-Truck

Schüler*innen des Geschwister-Scholl-Gymnasium Taucha erleben im Missio-Truck reale Situationen von Menschen auf der Flucht in Ostafrika

Seit September 2015 firmiert das Geschwister-Scholl-Gymnasium als „Weltethosschule“. Seitdem gibt es eine stärkere Auseinandersetzung mit humanistischen Themen. Der Missio-Truck reiht sich darin ein und hat den Schüler*innen die Möglichkeit gegeben, sich mit Flucht sowie Fluchterfahrungen und deren Ursachen auseinander zu setzen. 

Am 18.09.2019 kam der zwölf Tonnen schwere und 20 Meter lange Missio-Truck des Katholischen Missionswerks mit Sitz in Aachen mit der multimedialen Ausstellung „Menschen auf der Flucht“ nach Taucha. Vier Kurse bzw. Klassen sind mit der multimedialen Ausstellung in eine Erfahrungswelt eingetaucht, die versucht ihre Welt auf den Kopf zu stellen.  

Wie die Referentinnen des Trucks berichten, waren 2017 weltweit 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht, sei es aufgrund von Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen, Krieg, Trockenheit, Katastrophen, Perspektivlosigkeit  oder Hunger. Am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtenden im Ostkongo werden die Schüler*innen durch den Missio-Truck für die Ausnahmesituation Flucht sensibilisiert. 

Am Ausstellungstag wurden die Schüler*innen durch die sechs thematisch gestalteten Räume geschleust. Es wechseln Spielstationen, Hörstationen und museumspädagogische Vermittlung durch Objekte und Texttafeln einander ab. Karten mit QR-Codes leiten die Schüler*innen durch die verschiedenen Stationen beispielhafter Fluchtwege. 

Gleich im ersten Raum, einer detailgetreu nachgebildeten Kapelle, empfängt die Schüler*innen ein aufgeregter Dorfbewohner, der in heller Panik davon erzählt, dass sein Dorf gerade von brutalen Rebellen angegriffen werde und er sofort flüchten müsse.

Anhand von acht Flüchtlingsbiographien können die Schüler*innen hautnah erfahren, was es heißt, das Nötigste zusammenzuraffen, alles hinter sich zu lassen und sich in eine höchst ungewisse Zukunft aufzumachen. 

Da ist zum Beispiel Irene, 22, aus Kinshasa im Ostkongo, die tagsüber in einem Übersetzungsbüro und abends als Kindermädchen für wohlhabende Leute arbeitet, um sich das Geld für das Studium zu verdienen. Im interaktiven Computerspiel des Trucks können die Schüler*innen sehen, hören und fühlen, was es heißt, wenn sie nun wegen eines tobenden Bürgerkriegs ihr Land verlassen muss.

Auch die dunkle Seite des Handygeschäfts enthüllte die Ausstellung: Für den Bau unserer Mobiltelefone wird Coltan benötigt, ein Erz, das unter menschenunwürdigen Bedingungen vielfach durch Sklaverei und Kinderarbeit in den Minen Zentralafrikas abgebaut wird. Bürgerkriegsparteien liegen im Streit um die Eroberung der Minen. Das Geld aus dem Verkauf von Coltan, dem Gold des Kongo, fließt direkt in den Kauf neuer Waffen. Profiteure in Millionenhöhe sind aber auch die Handy-Herstellerfirmen selbst. 

Diese Thematik wurde dann im Klassenzimmer weiter vertieft. Die Jugendlichen zeigten sich betroffen, unvorstellbar war es für die meisten, dass an den geliebten Handys womöglich Blut klebt. Die Diskussionen kreisten um die Frage, was man dagegen tun kann. 

Vielen Dank an Missio und den Jugendmigrationsdienst Bad Düben, die uns diese Erfahrung möglich gemacht haben.

Marcus Rößner – Schul-Sozialarbeiter

Missio-Truck

Schüler*innen des Geschwister-Scholl-Gymnasium Taucha erleben im Missio-Truck reale Situationen von Menschen auf der Flucht in Ostafrika

Seit September 2015 firmiert das Geschwister-Scholl-Gymnasium als „Weltethosschule“. Seitdem gibt es eine stärkere Auseinandersetzung mit humanistischen Themen. Der Missio-Truck reiht sich darin ein und hat den Schüler*innen die Möglichkeit gegeben, sich mit Flucht sowie Fluchterfahrungen und deren Ursachen auseinander zu setzen. 

Am 18.09.2019 kam der zwölf Tonnen schwere und 20 Meter lange Missio-Truck des Katholischen Missionswerks mit Sitz in Aachen mit der multimedialen Ausstellung „Menschen auf der Flucht“ nach Taucha. Vier Kurse bzw. Klassen sind mit der multimedialen Ausstellung in eine Erfahrungswelt eingetaucht, die versucht ihre Welt auf den Kopf zu stellen.  

Wie die Referentinnen des Trucks berichten, waren 2017 weltweit 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht, sei es aufgrund von Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen, Krieg, Trockenheit, Katastrophen, Perspektivlosigkeit  oder Hunger. Am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtenden im Ostkongo werden die Schüler*innen durch den Missio-Truck für die Ausnahmesituation Flucht sensibilisiert. 

Am Ausstellungstag wurden die Schüler*innen durch die sechs thematisch gestalteten Räume geschleust. Es wechseln Spielstationen, Hörstationen und museumspädagogische Vermittlung durch Objekte und Texttafeln einander ab. Karten mit QR-Codes leiten die Schüler*innen durch die verschiedenen Stationen beispielhafter Fluchtwege. 

Gleich im ersten Raum, einer detailgetreu nachgebildeten Kapelle, empfängt die Schüler*innen ein aufgeregter Dorfbewohner, der in heller Panik davon erzählt, dass sein Dorf gerade von brutalen Rebellen angegriffen werde und er sofort flüchten müsse.

Anhand von acht Flüchtlingsbiographien können die Schüler*innen hautnah erfahren, was es heißt, das Nötigste zusammenzuraffen, alles hinter sich zu lassen und sich in eine höchst ungewisse Zukunft aufzumachen. 

Da ist zum Beispiel Irene, 22, aus Kinshasa im Ostkongo, die tagsüber in einem Übersetzungsbüro und abends als Kindermädchen für wohlhabende Leute arbeitet, um sich das Geld für das Studium zu verdienen. Im interaktiven Computerspiel des Trucks können die Schüler*innen sehen, hören und fühlen, was es heißt, wenn sie nun wegen eines tobenden Bürgerkriegs ihr Land verlassen muss.

Auch die dunkle Seite des Handygeschäfts enthüllte die Ausstellung: Für den Bau unserer Mobiltelefone wird Coltan benötigt, ein Erz, das unter menschenunwürdigen Bedingungen vielfach durch Sklaverei und Kinderarbeit in den Minen Zentralafrikas abgebaut wird. Bürgerkriegsparteien liegen im Streit um die Eroberung der Minen. Das Geld aus dem Verkauf von Coltan, dem Gold des Kongo, fließt direkt in den Kauf neuer Waffen. Profiteure in Millionenhöhe sind aber auch die Handy-Herstellerfirmen selbst. 

Diese Thematik wurde dann im Klassenzimmer weiter vertieft. Die Jugendlichen zeigten sich betroffen, unvorstellbar war es für die meisten, dass an den geliebten Handys womöglich Blut klebt. Die Diskussionen kreisten um die Frage, was man dagegen tun kann. 

Vielen Dank an Missio und den Jugendmigrationsdienst Bad Düben, die uns diese Erfahrung möglich gemacht haben.

Marcus Rößner – Schul-Sozialarbeiter