Profile am Geschwister-Scholl-Gymnasium Taucha

 In den Klassenstufen 8, 9 und 10 werden das naturwissenschaftliche und sprachliche Profil mit Latein als dritter Fremdsprache angeboten:

 

Das naturwissenschaftliche Profil ersetzt nicht den Unterricht in den Naturwissenschaften, sondern ergänzt ihn. Die naturwissenschaftlichen Themen werden fächerverbin-dend, handlungsorientiert und lebensnah behandelt. Dabei erwerben die Schüler Wissen und Kompetenzen, die für die Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Themen in Gegenwart und Zukunft von Bedeutung sind. Der Unterricht im naturwissenschaftlichen Profil ist gekennzeichnet durch eigenes Experimentieren, durch Exkursionen, die Arbeit mit Medien und Modellen.

 

Folgende Inhalte werden behandelt:

 

Jahrgangsstufe 8:

Raumfahrt für die Erde

Optik in Natur und Technik

Wasser – Quelle des Lebens

 

Jahrgangsstufe 9/10:

Licht und Farben

Astronomische Beobachtungen

Boden

 Messen, Steuern, Regeln

Kommunikation

Bionik

 

Die Schüler erwerben eine wissenschaftsorientierte informatische Bildung, die in den Anwendungen an die profilspezifischen Inhalte gebunden ist.

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Innerhalb des sprachlichen Profils wird Latein mit 3 Wochenstunden in den Stufen 9 bis 12 angeboten.

Nach vier Jahren erhält ein Schüler mit 05 Notenpunkten den Abschluss - DAS LATINUM

   

Wozu Latein? "Warum sollte mein Kind Latein lernen? Es ist doch eine tote Sprache, die niemand mehr spricht."     Jedoch: Latein ist die drittstärkste Fremdsprache in Deutschland und soll noch stärker gefördert werden.(Die Welt, 29.11.2007)

Zunächst einmal muss man sich darüber klar werden, dass Latein eine Bildungssprache ist. Der Lateinunterricht verfolgt andere Ziele als es bei den Kommunikationssprachen (z. B. Englisch, Französisch, Russisch) der Fall ist. Im Lateinunterricht werden vorwiegend lateinische Texte ins Deutsche übersetzt.

  

Latein ist die Muttersprache vieler europäischer Sprachen

So sind etwa 90 Prozent des Wortschatzes der romanischen Sprachen lateinischen Ursprungs. Romanischen Sprachen sind: Französisch, Italienische, Spanisch und Portugiesisch. Auch in der englischen Sprache ist der Anteil von Wörtern mit lateinischen Wurzeln 50-60 Prozent. Lateinkenntnisse stellen eine optimale Grundlage für den späteren Spracherwerb dar.

Latein ist eine Voraussetzung für viele Studienfächer

Für viele Studienfächer wird das Latinum benötigt. Fehlt das Latinum, dann muss es unter großen zusätzlichen Anstrengungen nachgeholt werden. An einer Hochschule wird der Stoff, für den ein Schüler viele Jahre Zeit hat, oft in einem einzigen Semester durchgenommen.   

Studienfächer, die das Latinum zwingend voraussetzen bzw. für die Lateinkenntnisse empfohlen werden, sind vor allem:

·         Ägyptologie (Kultur und Sprache des alten Ägyptens)

·         Allgemeine Sprachwissenschaft

·         Amerikanistik (Geschichte, Sprache und Kultur der USA)

·         Anglistik (englische Sprache und Literatur)

·         Archäologie (Altertumswissenschaft)

·         Germanistik (deutsche Sprache und Literatur)

·         Geschichte

·         Jura (Rechtswissenschaft)

·         Kunstgeschichte

·         Literaturwissenschaft

·         Medizin

·         Musikwissenschaft

·         Pädagogik (Erziehungswissenschaft)

·         Pharmazie (Arzneimittelkunde)

·         Philosophie

·         Romanistik (Französisch, Spanisch, Italienisch)

·         Theologie

·         Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft

 

Latein trainiert Genauigkeit, Konzentration und logisches Denken

Im Fremdsprachenunterricht moderner Sprachen steht Sprachproduktion im Vordergrund. Im Lateinunterricht hingegen geht es vor allem darum, syntaktisch komplexe Texte ins Deutsche zu übersetzen.

Weil es besonders auf die Wort Endungen ankommt, hat jeder einzelne Buchstabe eine Bedeutung für die richtige Übersetzung. Man muss genau hinschauen, darf nichts übersehen, muss exakt unterscheiden und richtig kombinieren. Diese für Latein charakteristische Arbeitsweise führt dazu, dass jede Übersetzung zugleich auch eine Konzentrationsübung ist, die Durchhaltewillen erfordert.

Unsere heutige Welt zeichnet sich hingegen durch eine stetig steigende Reizüberflutung aus, durch eine Flüchtigkeit bei der Informationsverwertung und durch einen Trend zur Oberflächlichkeit. Der Lateinunterricht verlangt Stetigkeit und Sorgfalt, und wirkt so diesen Strömungen entgegen.

Latein hilft, Fremdwörter zu verstehen

Auch die deutsche Sprache wurde durch die lateinische Sprache stark beeinflusst.  Eine immense Zahl von Fremd- und Lehnwörtern sind lateinischen Ursprung. Das gleiche gilt für Fachbegriffe aus Wissenschaft, Forschung und Technik.(z.B. sozial, Kapitalismus, legal, Fraktur, Video, Minister, Computer, Multiplikation - aber auch so bekannte Wörter wie: Bus, Wein, Straße, Fenster und Fax)

Latein schärft das Sprachbewusstsein für die deutsche Sprache

Eine in diesem Zusammenhang häufig gemachte Beobachtung ist, dass einem Schüler erst im lateinischen Grammatikunterricht die deutsche Grammatik so richtig klar wird.

Der Lateinunterricht ist ein Blick in die europäische Vergangenheit

Im Lateinunterricht geht es vor allem um die Antike. Es werden neben anderen Texten die Schriften römischer Dichter und Philosophen übersetzt. Deren Werke haben die geistigen Grundlagen des heutigen Europas gelegt.

Dadurch, dass man etwas über die Antike erfährt, lernt man gleichzeitig unsere eigenen Wurzeln kennen und kann unsere heutige Kultur besser verstehen.

Latein ist nicht schwerer als andere Fächer

Latein haftet das Vorurteil an, dass es besonders schwer sei. Daher ist es nicht zwangsläufig schwerer als Französisch, als ein gebildetes Englisch oder auch als andere Fächer wie Mathematik oder Physik.

Die Unterrichtssprache im Lateinunterricht ist übrigens Deutsch!

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer den übrigen Fächern des Gymnasiums gewachsen ist, der schafft auch Latein.

Fazit

Wie wir gesehen haben, vermittelt Latein ein Orientierungswissen. Gerade heute im Informations- bzw. Globalisierungszeitalter ist ein Spezialwissen von heute schon morgen wieder ein alter Hut. In einer Zeit, in der "lebenslanges Lernen" verlangt ist, schafft der Lateinunterricht eine solide Allgemeinbildung.

Da das Gymnasium keine Fachschule ist, sondern für alle Berufe ausbilden soll (speziell für solche, die einen Hochschulabschluss erfordern), ist Latein eine wertvolle und sinnvolle Investition in die Bildung und damit in die eigene Zukunft.